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Universal Mobile Telecommunications System (UMTS)Mike Sibler
UMTS - Universal Mobile Telecommunications System - ist in aller Munde
seit im Herbst des Jahres 2000 sechs Telekommunikationsfirmen 98,8
Milliarden DM für die UMTS-Frequenzen bezahlten. Doch was steht hinter
diesen vier Buchstaben, das den Einsatz solcher Geldmengen
rechtfertigt? Außer den vielseits zitierten Stichwörtern, wie "UMTS -
der Mobilfunkstandard der dritten Generation" oder "UMTS eröffnet neue
Multmedia- Welten" ist allgemein nur wenig bekannt. Nach Ansicht der
Telekommunikationsfirmen wird UMTS aber schon in wenigen Jahren aus
dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken sein, da es die
Grundlagen für eine schnellere und effizientere mobile
Datenübertragung liefert und dies zu Konditionen, die nicht nur für
Unternehmen sondern auch für Privatkunden sehr verlockend sein sollen.
Die nun folgenden Seiten sollen einen kurzen Überblick über das Thema
UMTS vermitteln, ohne dabei zu genau auf Details eingehen zu wollen
und zu können, da viele Details des zukünftigen Standards auch noch
gar nicht abschließend geklärt sind.
Schenkt man den Worten der an der Versteigerung erfolgreichen
Telekommunikationsfirmen Glauben, so werden die zukünftigen Geräte
Alleskönner sein. Sie können im Internet surfen, die Termine und Texte
ihrer User verwalten, Musik und Video online abspielen,
Bildtelefonieren und Video-Mails senden, interaktive Spiele
ermöglichen ... - und dies alles mobil!
Abb. 1: Designstudie von UMTS-Geräten von Siemens
und Alcatel
Das GSM-Handy mit der maximalen Übertragungsrate von 9.600 Bit/s wird
schon als Auslaufmodell betrachtet, da trotz der geplanten oder
bereits in Betrieb genommenen technischen Erweiterungen von GSM, wie
GPRS (General Packet Radio Service; vgl. Vortrag Stefan Link) mit
172.800 Bit/s oder auch HSCSD (High-Speed-Circuit-Switched-Data) mit
57.600 Bit/s, diese Geräte den UMTS Geräten nicht gewachsen sein
werden. Denn die anvisierten Übertragungsraten von UMTS sprechen für
sich. UMTS soll bis zu 32 mal schneller sein als ISDN - und das auf
Basis mobiler Kommunikation! Innerhalb der sogenannten Hotspots in
Innenstädten oder Gewerbegebieten soll die maximale Übertragungsrate
2.097.152 Bit/s und in sonstigen Bereichen 384.000 Bit/s betragen.
Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung der
Geschwindigkeitsunterschiede: Zum Download eines Bildes mit 2,8 MB
benötigt:
- GSM: 27 Minuten
- HSCSD: 7 Minuten
- GPRS: 2.5 Minuten
- UMTS: 11 Sekunden (in den Hotspots)
Daraus lässt sich ablesen, dass UMTS - sollte es die dargestellten
Erwartungen erfüllen - durchaus einen Quantensprung in der mobilen
Telekommunikation bedeuten würde. Aufgrund der hohen Übertragungsraten
würden Dienste ermöglicht, die in alle Bereiche des gesellschaftlichen
Lebens vordringen würden.
Im privaten Bereich soll UMTS seinen Siegeszug vor allem mit
Unterhaltungsdiensten antreten. Neben dem Zugriff auf Internetseiten
spielt dabei die Bild-Telefonie eine zentrale Rolle. Daraus folgt dass
bequeme Bild-Telefonate, Video-Kontaktanzeigen oder
Short-Video-Service, statt Short-Message-Service (SMS), ermöglicht
werden. UMTS soll auch die Spielewelt revolutionieren: Dank der hohen
Übertragungsraten werden interaktive Gameshows und Online-Spiele
möglich.
Erste Nutzer der neuen Technologie werden die Unternehmen sein. Durch
Telearbeit spielt es schon heute keine Rolle mehr, wo sich die
Mitarbeiter befinden. Mit mobilen Videokonferenzen über das
UMTS-Telefon ist persönlicher Kontakt aber stets garantiert.
Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen erlauben von überall aus den
Zugriff auf das firmeneigene Intranet, wo wichtige Daten ohne lähmende
Ladezeiten auf Abruf bereitstehen. UMTS erschließt den Firmen auch
neue Einnahmequellen. Werbebanner könnten zukünftig ständig über das
Display laufen um so werbefinanziertes Telefonieren zu ermöglichen.
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